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last update: 02/11/09

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Fotos: umbruch-bildarchiv und flickr

Pressekontakt: Nadine Koch / Martin Paul
M schwarzerkanal@squat.net
T 01578-44 081 38

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Presseinformationen des Schwarzen Kanals
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Presseinformation 23.10.2009:
Besetzung für den Bauwagenplatz Schwarzer Kanal in Berlin Mitte nimmt überraschende Wendung.

Der räumungsbedrohte Bauwagenplatz Schwarzer Kanal traf sich heute um 12.00 Uhr mit Vertreterinnen der politischen Fraktionen in Mitte
(anwesend: Stadtbaurat Gothe,SPD, Dr. Elke Reuter, Die Linke, Frank Bertermann (Bündnis 90, Die Grünen) zum Runden Tisch. Seit Jahren wird
versucht, eine politische Lösung zu finden, um den Verbleib dieses wichtigen internationalen queeren Projektes in Berlin Mitte zu sichern.
Die erste halbe Stunde war von Ratlosigkeit seitens der Politiker_innen in angeblicher Ermangelung möglicher Ersatzgrundstücke geprägt.

Während des Runden Tisches ging ein Anruf ein, dass Unterstützerinnen des Kultur und Politprojektes Schwarzer Kanal ein Gelände in der
Adalbertstraße, Berlin Mitte besetzt haben. Bereits nach kurzer Zeit war die Polizei vor dem Gelände, das im Besitz des Liegenschaftsfond ist. Der
Runde Tisch entschied, geschlossen vor Ort zu fahren, um die Verhandlungen dort fortzuführen. Nachdem Baustadtrat Gothe beim
Liegenschaftsfond angerufen hat, fand sich auch der Geschäftsführer Herr Lippmann vor dem Gelände ein.
Die Forderung der Besetzer_innen bestanden darin, das Gelände für den Schwarzen Kanal zu nutzen, bzw. über alternative Gelände zu verhandeln.

Nach längeren Verhandlungen setzten die Unterstützer_innen ein Bleiben auf dem Gelände bis zu einem ersten Verhandlungstermin mit dem
Liegenschaftsfond durch. Dieser wird am Montag, den 26.10.2009 um 12.00 Uhr stattfinden. Ein weiteres Treffen mit Herrn Lippmann vom
Liegenschaftsfond, Stadtbaurat Gothe, Herrn Bertermann und Dr. Elke Reuter, sowie Abgeordneten des Senats ist für den 3. November 2009
vereinbart. Es ist das erste Mal, dass der Liegenschaftsfond auf Anfragen des Schwarzen Kanals reagiert.

Ca. 150 Menschen aus verschiedenen Ländern fanden sich auf dem besetzten Gelände ein. Radical Cheerleading, Singing , Basketball, Boxing Workshops
und eine gute Volksküche haben die Stimmung auf dem Gelände bestimmt.

Die Situation des Schwarzen Kanals

Der bedrohte Wagenplatz Schwarzer Kanal besteht seit 20 Jahren in Berlin-Mitte. Er ist seit Jahren räumungsbedroht durch Klagen von
benachbarten Investoren, die in dem Projekt eine Wertminderung ihrer Immobilie sehen. Jetzt aktuell will der Besitzer des Geländes Hochtief
einen weiteren Bürokomplex bauen. Die bevorstehende Räumung ist ein weiterer Teil der Stadtentwicklung, die profit-orientiert ist und nicht im
Interesse der Bewohnerinnen Berlins ist. In Zeiten wie diesen, wenn der Staat die Besitztümer der Allgemeinheit Banken und Großkonzernen schenkt,
werden Projekte, die längst eine Alternative zu der kapitalistischen Verwertungslogik darstellen, zerschlagen.
Die Krise wird geschaffen von denen, die von ihr jetzt profitieren auf Kosten der Leute, die ein nachhaltiges, unkommerzielles Miteinander
aufbauen. Unser queeres Politikverständnis will keine Gleichstellung in einen ungleichen System. Es geht darum, die ausgrenzenden Strukturen zu
verändern. Der Schwarzen Kanal bietet einen sicheren Freiraum für Menschen, die von Homophobie und/oder Rassismus bedroht sind.
Die Forderungen des Schwarzen Kanals sind klar: Seit 20 Jahren ist der Wagenplaz ein gewachsenes Projekt im Bezirk Mitte. 15 Menschen wohnen hier. Über 100 sind in verschiedenen
Gruppen im Projekt schwarzer Kanal engagiert. Im Laufe eines Jahres besuchen tausende Menschen Polit- und Kulturveranstaltungen.

Am morgigen SAMSTAG findet um 13 Uhr am S-Bahnhof Warschauerstrasse eine DEMONSTRATION mit dem Thema „Schwarzer Kanal bleibt“ statt. Die Queer
und Rebel Tage sowie die bundesweiten Wagentage dauern noch bis Sonntag.

25.10.2009: Presseerklärung zu den „Queer und Rebel- & Wagentagen“ des Schwarzen Kanals

Schwarzer Kanal – Aktionstage gehen weiter !!!

Die Bewohner_innen und Unterstützer_innen des Schwarzen Kanals blicken auf den erfolgreichen Auftakt der Aktionen zum Erhalt ihres Wohn- und Kulturprojektes zurück. Bundesweit und international waren Aktivist_innen in den letzten 5 Tagen zu den „Queer und Rebel-&Wagentagen“ angereist. Es gab ein vielfältiges Programm aus Aktionen, Demonstrationen, diversen Workshops, Cabaret, Filmvorführungen und einer Fahrradralley.
Wie bereits bekannt, wurde am Freitag, 23.10.09 der seit vielen Jahren leerstehende Schulhof in der Adalbertstrasse besetzt. Das Gelände wird vom Liegenschaftsfonds verwaltet. Die Besetzer_innen liessen sich von Räumungsandrohungen und grossem Polizeiaufgebot nicht einschüchtern. Sie setzten es durch, bis Verhandlungsbeginn mit dem Liegenschaftsfonds, auf dem Gelände bleiben zu können. Das ist eines der wenigen Beispiele, in denen die „Berliner Linie“ des Senats („jede Besetzung soll umgehend geräumt werden“) durchbrochen worden ist.

Der Wagenplatz Schwarzer Kanal fordert ein angemessenes Ersatzgelände in der Innenstadt. Mit der Besetzung wird die Tatsache unterstrichen, dass es ungenutzte Flächen im Zentrum gibt. Dies hatten Liegenschaftsfonds und Politiker_innen bisher abgestritten. Auf verschiedenen Transparenten der Besetzer_innen waren folgende Forderungen zu lesen:
„Liegenschaftsfonds umverteilen“
„Innenstadt für alle“
„Unkommerzielle Projekte STATT Spekulation mit öffentlichen Geländen“

Die Funktion und das Vorgehen des Liegenschaftsfonds steht in ständiger Kritik, nicht nur vom Schwarzen Kanal. Öffentliches Gelände wird durch den Liegenschaftsfonds privatisiert und vermarktet. Diese Prozesse passieren ohne Rücksicht auf soziale stadtplanerische Aspekte.

Obwohl den Unterstützer_innen des Schwarzen Kanals das Gelände in der Adalbertstrasse bis Montagmittag von Herrn Lippmann (Geschäftsführer des Liegenschaftsfonds) überlassen wurde, provozierte die Polizei durch massives und agressives Auftreten vor dem Tor.
Unter immer neuen Vorwänden, versuchten sie auf das Gelände zu kommen. Nur durch die besonnene Reaktion der Besetzer_innen konnte eine Eskalation vermieden werden.
In Eigeninitiative wollte die Polizei zum Beispiel verhindern, dass Trinkwasser, Lebensmittel etc. auf das Gelände gebracht wurden. Im Anschluss an die Demonstrationen vom Samstag sperrte die Polizei sogar zeitweilig die umliegenden Strassen ab, um Gäste nicht zur Suppenküche zu lassen.
Die starke Polizeipräsenz und das agressive Auftreten der Beamten wurde nicht nur von den Besetzer_innen als Provokation empfunden. Offensichtlich störten sich, laut Zeitungsmeldungen vom 25.10., auch andere Menschen im Kiez daran und antworteten mit Steinen und Flaschenwürfen auf Polizeifahrzeuge.

Die Schwarzen Kanal Bewohner_innen und Freund_innen bewerten die „Queer und Rebel&Wagentage“ erfolgreich und gehen gestärkt daraus hervor. Mit grosser Entschlossenheit wollen sie für ihr 20jähriges Wohn-und Kulturprojekt kämpfen.

26.10.2009: Presseinformation vom Wagenplatz „Schwarzen Kanal“

Am Ende der erfolgreichen „Queer und Rebel“ Aktionswoche verließen die Besetzer_innen des Grundstucks an der Adalbertstraße 51 das Gelände friedlich. Dies als vertrauensbildende Maßnahme dem Liegenschafstfonds gegenüber, der zusagte, alternative Standorte für den Schwarzen Kanal
vorzuschlagen.
Mit einer bunten lauten Demonstration zogen Unterstützer_innen des queeren Wagenplatzes zum Liegenschaftsfondsgebäude in der Warschauer Straße.
Pünktlich zum Anfang der Verhandlungen haben Unterstüzter_innen des bedrohten Projektes ein Transparent vom Dach des Liegenschaftsfonds mit
dem Schrift „INNENSTADT FÜR ALLE – Viva Schwarzer Kanal!“ herruntergelassen.

Ergebnis der Verhandlungen:
Der Liegenschaftsfonds hat 5 Grundstucke im Innenstadt vorgeschlagen. Eine Lage im Stadtzentrum ist die zentrale Forderung des Schwarzen Kanals, weil
er außer von dem Bewohner_innen auch von einem breiten Besucher_innenkreis genutzt wird.

Der Schwarze Kanal wird bis zum nächsten Gesprächstermin die Tauglichkeit der vorgeschlagenen Gelände prüfen

Der nächste Runde Tisch findet am Donnerstag 3. November am 12h bei dem Liegenschaftsfonds mit Vertreter des Senats und Bezirks statt.



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